Weitere Sabotage am Stromsystem? Erneuter Vorfall an Strominfrastruktur: RWE-Braunkohlekraftwerke mit 4.200 MW Kapazität vom Netz
Essen - Nach einer externen Einwirkung im Umfeld eines Amprion-Umspannwerks bei Bergheim sind am Dienstagabend (1. September 2026) fünf Braunkohlen-Kraftwerksblöcke von RWE im Rheinischen Revier vom Netz gegangen. Betroffen war eine Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4.200 MW, zum Zeitpunkt des Vorfalls speisten die Anlagen rund 3.000 MW ins Netz ein. Die Stromversorgung blieb nach Angaben des Netzbetreibers stabil.
Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden nach einem Sabotageangriff auf Höchstspannungsleitungen nahe dem Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Dort verursachten selbstgebaute Flugkörper Kurzschlüsse und den vorübergehenden Ausfall eines 500-MW-Kraftwerksblocks. Ob zwischen den beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht bekannt.
Betroffen von dem Vorfall im Rheinischen Revier sind die RWE-Blöcke Neurath F und G sowie Niederaußem G, H und K. Neurath G und Niederaußem H mit zusammen rund 1.600 MW sollen voraussichtlich im Laufe des Mittwochvormittags wieder ans Netz gehen, Neurath F mit 1.000 MW im Laufe des Tages. Für Niederaußem G und K mit zusammen rund 1.600 MW rechnet RWE mit einer Wiederinbetriebnahme zum kommenden Wochenende.
Beim Vorfall nahe Jänschwalde hatten Unbekannte am Dienstagmorgen selbstgebaute Flugkörper eingesetzt, um leitfähiges Material in Höchstspannungsleitungen einzubringen. Nach Angaben der Behörden wurden dadurch in zwei Fällen Kurzschlüsse ausgelöst. Die allgemeine Stromversorgung blieb auch dort stabil. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen.
RWE Power steht wegen des Vorfalls im Rheinischen Revier im Austausch mit den zuständigen Behörden und Amprion. Weitere Einzelheiten zu den Hintergründen und möglichen Verantwortlichen sind bislang nicht bekannt.
© IWR, 2026
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02.09.2026


