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Finnisches Kernkraftwerk Loviisa bleibt länger abgeschaltet – Fortum startet umfangreiche Modernisierungen

© Fortum© Fortum

Helsinki – Das finnische Kernkraftwerk Loviisa geht Anfang August für die jährliche Revision vom Netz. In diesem Jahr dauert der Stillstand mit dem geplanten Abschluss am 18. Oktober deutlich länger als üblich. Grund ist eine nur alle acht Jahre stattfindende Generalrevision von Block 2 sowie der Start umfangreicher Modernisierungsprojekte.

Wie Kohle- oder Gaskraftwerke gehören auch Kernkraftwerke zu den Wärmekraftwerken und müssen regelmäßig abgeschaltet werden. Während der Revision werden neben Reaktor und Brennelementen auch Turbinen, Pumpen sowie weitere konventionelle Kraftwerkskomponenten überprüft und modernisiert. Die Betriebszeit des 1977 bzw. 1980 in Betrieb gegangenen Kernkraftwerks ist bis Ende 2050 vorgesehen.

Generalrevision und Modernisierungsprojekte verlängern Revisionszeit
Die Revisionsarbeiten beginnen am 2. August 2026 mit Block 2. Anschließend folgt die Jahresrevision von Block 1. Während der diesjährigen Revisionskampagne werden beide Reaktorblöcke nacheinander gewartet; die gesamte Revisionsphase endet am 18. Oktober.

Block 2 erhält eine nur alle acht Jahre vorgesehene Generalrevision. Geplant sind unter anderem die Inspektion und Druckprüfung des Reaktordruckbehälters, der Austausch eines Viertels der Brennelemente sowie umfangreiche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Block 1 durchläuft die reguläre Jahresrevision.

Wie bei anderen Wärmekraftwerken wird dabei der gesamte konventionelle Kraftwerksteil überprüft. Dazu zählen unter anderem Turbinen, Pumpen, Rohrleitungen, Armaturen sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Inspektionen an den nuklearen Sicherheitssystemen und den Austausch von Brennelementen. Rund 1.000 Beschäftigte externer Unternehmen unterstützen die etwa 570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kraftwerks während der Revision.

Für den Weiterbetrieb bis Ende 2050 rechnet Fortum derzeit mit einem Finanzbedarf von bis zu einer Milliarde Euro. Dann wären Block 1 bereits 73 Jahre und Block 2 70 Jahre in Betrieb.

Westliche Brennstoffe ersetzen russische Lieferungen
Parallel zur technischen Modernisierung setzt Fortum die Umstellung auf westliche Kernbrennstoffe fort. Seit 2024 werden schrittweise Brennelemente von Westinghouse eingesetzt. Nach Abschluss der diesjährigen Revision stammt der überwiegende Teil des Brennstoffs aus westlichen Lieferketten.

Gemeinsam mit Framatome und weiteren europäischen Partnern entwickelt Fortum zudem einen vollständig europäischen Brennstoff für Reaktoren des Typs WWER-440, um die Abhängigkeit von russischen Lieferungen dauerhaft zu beenden.

Über das Kernkraftwerk Loviisa
Das finnische Kernkraftwerk Loviisa liegt rund 90 Kilometer östlich von Helsinki und besteht aus zwei Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart des Typs WWER-440/V-213. Block 1 ging 1977, Block 2 im Jahr 1980 in Betrieb. Beide Blöcke verfügen nach umfangreichen Modernisierungen über eine elektrische Nettoleistung von jeweils 507 MW, zusammen 1.014 MW.

Die finnische Regierung hat den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks bis Ende 2050 grundsätzlich genehmigt. Die Entscheidung ist in das laufende Aufsichtsverfahren der Nuklearbehörde STUK eingebettet. Der mehrheitlich im staatlichen Besitz befindliche finnische Energieversorger Fortum muss den sicheren Betrieb während der gesamten Laufzeit in regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen nachweisen und erforderliche Nachrüstungen umsetzen.

Im Zeitraum 2020 bis 2025 erzeugte das Kraftwerk Loviisa jährlich im Mittel rund 7,95 Terawattstunden Strom. Das entspricht knapp 7.850 Vollaststunden pro Jahr. Loviisa deckt damit im langjährigen Mittel rund zehn Prozent der finnischen Stromerzeugung.

© IWR, 2026


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