Strompreisrechner.de

Strom-Anbieterwechsel - Haushalte, Gewerbe, Ökostrom & Gas

 

Fotolia 21835445 1280 256

Solar-Dach-Ausschreibung unterzeichnet: Nachfrage zieht an - Volumen trotzdem nicht ausgeschöpft

© Adobe Stock© Adobe Stock

Bonn – Nachdem die Ausschreibung der Bundesnetzagentur (BNetzA) für größere Solaranlagen auf Firmendächern und Lärmschutzwänden im Oktober 2025 noch nahezu ausgeschöpft war, ist sie seit Februar 2026 wieder deutlich unterzeichnet. Auch der jüngste Gebotstermin ändert daran wenig.

Trotz eines Anstiegs bei ausgeschriebener und eingereichter Menge blieb die BNetzA-Ausschreibung für Solaranlagen des zweiten Segments auch zum Gebotstermin 1. Juni 2026 weiter unterzeichnet. Die seit Monaten ungeklärte Debatte um den künftigen EEG-Rahmen und das geplante Netzpaket gilt in der Solarbranche als Belastungsfaktor für die Investitionsbereitschaft.

Ausschreibungsergebnis: Deutlich mehr Gebote, aber Volumen erneut verfehlt
Bei einer ausgeschriebenen Menge von 296 MW reichten die Bieter in der aktuellen Ausschreibung der BNetzA für Solaranlagen des zweiten Segments 125 Gebote mit einer Leistung von insgesamt 238 MW ein – deutlich mehr als die 177 MW der Vorrunde im Februar, aber erneut zu wenig, um das ausgeschriebene Volumen auszuschöpfen. Nach dem Ausschluss von 17 Geboten erhielten 108 Projekte mit 209 MW einen Zuschlag. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 8,40 und 10,00 Cent pro Kilowattstunde. Im Schnitt kletterten sie auf 9,72 Cent und damit über das Niveau der Vorrunde von 9,56 Cent – und nur noch knapp unter den Höchstwert von 10,00 Cent, den die Bundesnetzagentur für alle drei Gebotstermine 2026 festgelegt hat. Auch der niedrigste bezuschlagte Wert stieg spürbar: Er lag mit 8,40 Cent deutlich über den 7,88 Cent der Februar-Runde. Wird der Höchstwert überschritten, scheidet ein Gebot automatisch aus dem Verfahren aus.

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit den meisten Zuschlägen
Regional entfielen die meisten Zuschläge auf Projekte in Nordrhein-Westfalen: 21 Zuschläge mit zusammen 49 MW. Dahinter folgen Niedersachsen (19 Zuschläge, 36 MW), Baden-Württemberg (13 Zuschläge, 22 MW), Bayern (11 Zuschläge, 21 MW) und Hessen (10 Zuschläge, 20 MW).

Regulatorische Unsicherheit hält an
Der erneute Rückgang der eingereichten Gebotsmenge seit der Februar-Runde 2026 fällt zeitlich mit einer andauernden Debatte über den künftigen EEG-Rahmen zusammen. Die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission für das laufende EEG läuft Ende 2026 aus. Eine Anschlussregelung ist bislang nicht beschlossen: Die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vorbereitete EEG-Novelle, mit der sie das geplante Netzpaket verknüpft hat, ist trotz für Juli 2026 geplanter Kabinettsbefassung weiterhin nicht durchs Kabinett gegangen. Zwischen den Koalitionspartnern besteht vor allem über den im Netzpaket vorgesehenen Redispatch-Vorbehalt für Netzanschlüsse weiterhin Uneinigkeit. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hatte bereits die schwache Beteiligung an der Februar-Ausschreibung unter anderem auf diese Planungsunsicherheit zurückgeführt.
Das Ausschreibungsvolumen selbst bemisst sich unterdessen weiterhin nach den ursprünglichen Vorgaben von 1.100 MW für 2026, da die im Solarpaket I vorgesehene Anhebung auf 2.300 MW mangels beihilferechtlicher EU-Genehmigung bislang nicht angewendet wird. Die nächste Ausschreibungsrunde findet am 1. Oktober 2026 statt.

© IWR, 2026


16.07.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen