Strompreisrechner.de

Strom-Anbieterwechsel - Haushalte, Gewerbe, Ökostrom & Gas

 

Fotolia 21835445 1280 256

EU genehmigt Ausweitung der deutschen Strompreiskompensation – 20 weitere Branchen werden entlastet

© EU Kommission© EU Kommission

Berlin – Die Europäische Kommission hat die seit 2013 bestehende deutsche Strompreiskompensation für energie- und handelsintensive Unternehmen deutlich ausgeweitet. Der Kreis der begünstigten Branchen wächst damit von bislang 11 auf künftig 31 Sektoren.

Die Strompreiskompensation ist keine allgemeine Beihilfe zu den Stromkosten für die energieintensive Industrie. Das seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Instrument erstattet Unternehmen einen Teil der indirekten CO2-Kosten, die Stromversorger infolge des europäischen Emissionshandels (EU ETS) über den Strompreis an ihre Kunden weitergeben. Die Ausweitung der Regelung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit energie- und handelsintensiver Unternehmen und soll verhindern, dass energieintensive Produktion in Länder mit geringeren Klimaschutzauflagen verlagert wird (Carbon Leakage).

EU erweitert Kreis der beihilfeberechtigten Unternehmen deutlich
Erstmals seit Einführung der Strompreiskompensation im Jahr 2013 wird der Kreis der beihilfeberechtigten Branchen in diesem Umfang erweitert. Künftig umfasst die Regelung 31 statt bislang 11 Wirtschaftszweige. Gleichzeitig steigt die staatliche Förderintensität für bereits anspruchsberechtigte Unternehmen auf bis zu 80 Prozent der anrechenbaren indirekten CO2-Kosten. Zu den neu aufgenommenen Branchen zählen unter anderem Unternehmen der organischen Chemie sowie der Glasindustrie. Unternehmen können die Strompreiskompensation rückwirkend für das Abrechnungsjahr 2025 beantragen. Die novellierte Förderrichtlinie tritt nach ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Beitrag zur Sicherung des Industriestandorts: „Eine Erweiterung mit einem solchen Umfang hat es bislang noch nicht gegeben. Zu den bislang elf Sektoren kommen 20 weitere Sektoren hinzu, in Summe damit 31 Sektoren. Das sind so viele Branchen und Unternehmen wie noch nie zuvor. Damit wird industrielle Wertschöpfung in Deutschland erhalten und es werden gute Arbeitsplätze gesichert.“

Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht in der Entscheidung einen Beitrag zur industriellen Transformation: „Deshalb stärken wir mit der ausgeweiteten Strompreiskompensation genau diejenigen Betriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen und gleichzeitig in die Transformation investieren. Damit schaffen wir Planungssicherheit für Unternehmen, sichern industrielle Wertschöpfung und halten den Kurs Richtung Klimaneutralität.“

Strompreiskompensation gleicht indirekte CO₂-Kosten aus
Die indirekten CO2-Kosten entstehen dadurch, dass Stromerzeuger im europäischen Emissionshandel Emissionszertifikate erwerben müssen und diese Kosten über den Strompreis an ihre Kunden weitergeben. Stromintensive Unternehmen tragen diesen CO2-Aufschlag somit indirekt über ihre Stromrechnung, obwohl sie die Emissionen der Kraftwerke nicht selbst verursachen.

Die Höhe der Strompreiskompensation wird nach einer europaweit einheitlichen Berechnungsmethode ermittelt. Grundlage sind unter anderem der Stromverbrauch eines Unternehmens, produktspezifische Effizienz-Benchmarks sowie ein von der Europäischen Kommission festgelegter CO2-Emissionsfaktor für die Stromerzeugung. Je nach Branche und Effizienz werden die anrechenbaren indirekten CO2-Kosten anteilig erstattet. Mit der nun genehmigten Ausweitung steigt die maximale Förderintensität für bestimmte Unternehmen auf bis zu 80 Prozent. Die Finanzierung der Strompreiskompensation erfolgt aus dem Bundeshaushalt.

© IWR, 2026


Weitere Meldungen rund um den Strommarkt

Newsticker Politik - Energiefirmen.de



Anträge ab April 2024 möglich: Strompreiskompensation für energieintensive Industrie wird ausgeweitet - kleinere Unternehmen profitieren

Einnahmen aus dem Emissionshandel 2025 stark gestiegen - 21,4 Milliarden Euro fließen in den Klima- und Transformationsfonds

Emissionshandel und Wettbewerb: Bundesregierung beschließt Carbon-Leakage Verordnung

Stromtarife vergleichen und Anbieter wechseln - strompreisrechner.de



Hitzewelle erhöht Kühlbedarf in Gebäuden, belastet Kraftwerke und treibt Strompreise in Europa

Windstrom in Deutschland legt im ersten Quartal 2026 um 27 Prozent zu - warum die Strompreise sinken

Trotz Strompreise: Google investiert 5,5 Milliarden Euro in Deutschland - Erneuerbare Energien und Sovereign Cloud Hub stärken Standort

Neukunden-Strompreise wie im März 2021: Strompreise sinken im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent

Strompreise klettern um 44 Prozent: In Frankreich produzieren 12 Atomkraftwerke keinen Strom

USA: Rechenzentren treiben Strombedarf – Siemens und Fuelcell Energy kooperieren bei Brennstoffzellenlösungen

Historischer Meilenstein für Polen: Erster Strom aus Offshore-Windpark Baltic Power im Netz

Erneuerbare bauen Vorsprung im deutschen Strommix im ersten Halbjahr 2026 weiter aus

5,4 Milliarden Euro verschenkt: Deutsche Haushalte schöpfen Einsparpotenziale bei Strom und Gas nicht aus

Mehr Flexibilität fürs Stromsystem: Eon treibt bidirektionales Laden Richtung Massenmarkt voran

15.07.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen