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USA: Rechenzentren treiben Strombedarf – Siemens und Fuelcell Energy kooperieren bei Brennstoffzellenlösungen

© Fuelcell© Fuelcell

Wendell/Danbury (USA) – Der Strombedarf von Rechenzentren in den USA wächst rasant und treibt Betreiber zunehmend dazu, Energie schnell und direkt vor Ort zu erzeugen, statt lange auf einen klassischen Netzanschluss zu warten. Vor diesem Hintergrund haben die Siemens Corporation, US-Tochtergesellschaft der Siemens AG, und der Brennstoffzellenhersteller Fuelcell Energy am 9. Juli 2026 eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet.

Beide Unternehmen wollen die elektrische Auslegung von Siemens und die Brennstoffzellentechnologie von Fuelcell Energy aufeinander abstimmen, um den Einsatz dezentraler Energiesysteme zu beschleunigen. Geschäftsprojekte mit einer Leistung von mehr als 100 MW sollen so schneller umgesetzt werden können.

Siemens liefert elektrische Infrastruktur für Brennstoffzellenkraftwerke
Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Siemens Corporation Entwurf und Lieferung sogenannter Electrical-Balance-of-Plant-Systeme (EBOP) für Brennstoffzellenanlagen von Fuelcell Energy. Fuelcell Energy entwickelt, baut, betreibt und wartet Brennstoffzellenkraftwerke für Rechenzentren, Industrieanlagen, Versorgungsunternehmen und weitere Abnehmer dezentraler Energieerzeugung.

Das Unternehmen positioniert sich damit nach eigenen Angaben als Anbieter elektrischer Infrastruktur für brennstoffzellenbasierte Stromversorgungslösungen. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um die Siemens Corporation als US-Gesellschaft der Siemens AG – nicht um die eigenständig börsennotierte Siemens Energy AG, die im Energiebereich ebenfalls aktiv ist.

Gemeinsame Projektentwicklung deckt komplette Energiesysteme ab
Die Zusammenarbeit umfasst neben der Elektroinfrastruktur auch die gemeinsame Entwicklung, Integration und Bereitstellung ganzer dezentraler Energiesysteme. Dazu zählen neben Brennstoffzellen auch Batteriespeicher, Mikronetzsteuerungen sowie elektrische Mittelspannungsgeräte. Siemens und Fuelcell Energy prüfen zudem, wie sich Lösungen so skalieren lassen, dass sich Zeitpläne verkürzen, Kosten senken und die Zahl der Projektumsetzungen erhöhen lassen.

Pilotprojekte sollen Weg zu kommerziellen Großprojekten ebnen
Beide Unternehmen planen zusätzlich Pilotprojekte und Entwicklungsinitiativen, in denen neue Anwendungen für Brennstoffzellensysteme und elektrische Infrastruktur getestet werden – darunter Mittelspannungs-Gleichstromversorgung und modulare elektrische Systeme. Die Vereinbarung sieht vor, erfolgreiche Pilotergebnisse in umfassendere kommerzielle Projekte zu überführen; dazu gehört auch die Identifizierung geeigneter Zielmärkte und Vertriebsansätze.

Siemens Smart Infrastructure und Fuelcell Energy positionieren sich im Wachstumsmarkt
Siemens Smart Infrastructure, die für das Projekt zuständige Siemens-Sparte, bündelt Produkte, Systeme und Dienstleistungen von der Stromerzeugung bis zum Verbrauch und sieht die Kooperation mit Fuelcell Energy als Baustein, um Kunden beim schnelleren und zuverlässigeren Ausbau emissionsärmerer, dezentraler Energiesysteme zu unterstützen.

Fuelcell Energy wiederum positioniert sich mit seinen SureSource-Anlagen auf drei Kontinenten als etablierter Anbieter, dessen weltweit installierte Brennstoffzellenkapazität sich der Marke von einem Gigawatt nähert. Beide Unternehmen zielen mit der Kooperation insbesondere auf Rechenzentrumsbetreiber, die kurzfristig zusätzliche, vor Ort erzeugte Stromkapazität benötigen.

© IWR, 2026


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