Strompreisrechner.de

Strom-Anbieterwechsel - Haushalte, Gewerbe, Ökostrom & Gas

 

Fotolia 21835445 1280 256

Nach Kohleblock-Abschaltung in Stöcken: EEW erhöht Fernwärmeleistung in Hannover-Lahe auf 85 MW

© Enercity© Enercity

Hannover – Nach der Abschaltung von Block 1 im Kohlekraftwerk Stöcken baut das Energieunternehmen Enercity seine Wärmeversorgung zügig um. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Wärme aus der Müllverbrennung: EEW Energy from Waste optimiert seine Anlage in Hannover-Lahe, sodass künftig bis zu 85 MW Fernwärmeleistung ins Netz eingespeist werden können – statt bisher 50 MW.

Die Leistungssteigerung wird durch eine neue Dampfturbinenumfahrung erreicht – ohne dass zusätzliche Abfallmengen benötigt werden. Grundlage ist eine Vereinbarung, die Enercity und EEW Anfang 2025 geschlossen haben. Die Umbauarbeiten laufen bereits und sollen bis zum zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sein – rechtzeitig zur Heizperiode 2027/2028. Parallel investiert Enercity in die Erweiterung der Leitungskapazitäten zwischen Hannover-Lahe und dem städtischen Fernwärmenetz.

Mehr Wärme aus demselben Abfall
Die Anlage in Hannover-Lahe verbrennt Restmüll aus der Region und gewinnt dabei Dampf, der bislang stets durch eine Turbine geleitet wurde – was die mögliche Wärmeauskopplung begrenzte. Künftig kann EEW die Turbine bei hohem Fernwärmebedarf umgehen und den Dampf vollständig für die Wärmeversorgung nutzen. Bei geringerem Wärmebedarf bleibt der Betrieb in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – also die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme – weiterhin möglich.

„Mit der energetischen Optimierung schaffen wir die technische Voraussetzung, künftig deutlich mehr Fernwärme aus derselben Abfallmenge bereitzustellen. Dafür umgehen wir die Turbine in bestimmten Betriebssituationen: Bei sehr hohem Fernwärmebedarf, insbesondere im Winter, können wir den Dampf vollständig für die Fernwärme auskoppeln. In anderen Fahrweisen bleibt der Betrieb in Kraft-Wärme-Kopplung mit anteiliger Stromerzeugung möglich. So reduzieren wir die Wärmeabgabe an die Umgebung und erhöhen die Effizienz der Anlage. Der Preis dafür ist eine geringere Stromproduktion bei höherer Fernwärmeauskopplung – unterm Strich gewinnen wir aber deutlich mehr nutzbare Energie für Hannover", erklärt Dr.-Ing. Malte Bieber, technischer Projektleiter energetische Optimierung des EEW-Standorts Hannover.

Flexibler Einsatz im Energiemarkt
Für Enercity erweitert die optimierte Anlage den Spielraum im Energiehandel. Je nach Marktlage und aktuellem Wärmebedarf kann das Unternehmen künftig zwischen höherer Wärme- oder Stromerzeugung wählen. An kalten Tagen trägt die gesteigerte Wärmeleistung zur Versorgungssicherheit bei; in wärmeren Perioden bleibt die Stromerzeugung über KWK eine Option.

„Die Erweiterung der Wärmeauskopplung aus der Abfallverwertung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur grünen Fernwärme. Bestehende Abwärmequellen zu nutzen, ist für die Wärmewende sinnvoll, weil vorhandene Infrastruktur und bestehende Wärmepotenziale besser genutzt werden. Die gute Zusammenarbeit in dem Projekt macht es darüber hinaus möglich, schon im nächsten Jahr mehr Abwärme in das Stadtnetz einzuspeisen oder durch intelligenten Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung effizient Strom zu erzeugen", sagt Dr. Conrad Zimmermann, Assetmanager Thermische Erzeugung und Fernwärme bei Enercity.

Über EEW Energy from Waste
Die EEW Energy from Waste GmbH mit Sitz in Helmstedt ist ein Unternehmen der Kreislaufwirtschaft. An 17 Standorten in Europa verwertet EEW jährlich mehr als 5 Millionen Tonnen Abfall und Klärschlamm und nutzt die dabei entstehende Energie für Strom- und Wärmeversorgung. Rund 700.000 Haushalte werden mit Strom versorgt. In Hannover-Lahe betreibt EEW eine Müllverbrennungsanlage, die bereits heute einen wesentlichen Teil der hannoverschen Fernwärme liefert.

© IWR, 2026


29.06.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen