Deutschlands erster netzdienlicher Batteriespeicher startet – Maxsolar und Bayernwerk testen neues Netzmodell
Das Projekt gilt als Pilotvorhaben für die stärkere Verzahnung von Batteriespeichern und Netzbetrieb. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig auf weitere Standorte übertragen werden.
5-MW-Speicher soll Netzengpässe reduzieren
Der Batteriespeicher wird von Maxsolar entwickelt, errichtet und betrieben und an das Netz der Bayernwerk Netz GmbH angeschlossen. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 5 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 25 Megawattstunden (MWh).
Der Speicher soll überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und bedarfsgerecht wieder einspeisen. Im Fokus stehen dabei netzdienliche Anwendungen wie die Reduzierung von Lastspitzen, die Entlastung lokaler Netzengpässe und die bessere Integration zusätzlicher Wind- und Solarstrommengen. Nach Angaben der Projektpartner kann dadurch die Nutzung bestehender Netzinfrastruktur verbessert und der Bedarf an kurzfristigen Netzausbaumaßnahmen reduziert werden.
Bayernwerk und Maxsolar wollen Modell skalieren
Für Bayernwerk steht das Projekt im Zusammenhang mit dem steigenden Flexibilitätsbedarf in den Verteilnetzen. „Wenn wir Speicher mit großen Leistungen integrieren wollen, müssen wir das Zusammenspiel der Komponenten und die Funktionsweise des Systems beachten. Mit dem ersten netzdienlichen Speicher können wir nun wichtige Erfahrungen sammeln, damit wir den Hochlauf auch sehr schnell skalieren können“, erklärte Dr. Egon Leo Westphal, Vorstand der Bayernwerk AG.
Auch Maxsolar bewertet den Ansatz als wichtigen Baustein für die künftige Energieversorgung. „Netzdienliche Speicher bringen Flexibilität genau dorthin, wo sie benötigt wird. Sie erhöhen die Effizienz bestehender Netze, verbessern die Wirtschaftlichkeit und stärken die Versorgungssicherheit“, sagte Geschäftsführer Christoph Strasser. Bayernwerk kündigte weitere Ausschreibungen für netzdienliche Speicher an, während Maxsolar nach eigenen Angaben bereits zusätzliche Projekte vorbereitet.
Speicher werden wichtiger Baustein der Energiewende
Mit dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie wächst der Bedarf an Flexibilitätsoptionen im Stromsystem. Batteriespeicher gelten als zentrale Technologie, um Erzeugung und Verbrauch zeitlich besser aufeinander abzustimmen und Netzengpässe zu vermeiden.
Das Projekt in Wutzldorf liefert erstmals Praxiserfahrungen für ein Modell, bei dem Batteriespeicher gezielt an den Anforderungen des Verteilnetzes ausgerichtet werden. Die Ergebnisse könnten damit richtungsweisend für den künftigen Einsatz netzdienlicher Speicher in Deutschland werden.
© IWR, 2026
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