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Ørsted-Aktie unter Druck: Offshore-Windkonzern Ørsted steigert Ergebnis und treibt Großprojekte voran

© Ørsted© Ørsted

Fredericia (Dänemark) - Ørsted ist mit einer höheren Offshore-Stromproduktion und einer verbesserten operativen Entwicklung in das Jahr 2026 gestartet. Während der im regenerativen Aktienindex RENIXX-World gelistete Energiekonzern im ersten Quartal ein deutlich höheres EBITDA erzielte und Fortschritte bei mehreren Großprojekten meldete, reagierte die Börse zurückhaltend. Die Ørsted-Aktie gab gestern um rund 4 % auf 21,86 Euro nach.

Treiber der operativen Entwicklung bei Ørsted war insbesondere die gestiegene Stromerzeugung aus Offshore-Windparks. Diese lag im ersten Quartal 2026 um 27 % über dem Vorjahresniveau. Gründe dafür waren Fortschritte bei der Inbetriebnahme von Borkum Riffgrund 3 und Greater Changhua 4 sowie leicht überdurchschnittliche Windgeschwindigkeiten.

Operative Entwicklung: EBITDA steigt auf 9,5 Mrd. DKK
Das EBITDA ohne neue Partnerschaften und Stornierungsgebühren erhöhte sich im ersten Quartal 2026 um 11 % auf 9,5 Mrd. DKK (rund 1,27 Mrd. Euro). Im Offshore-Geschäft erzielte Ørsted ein EBITDA von 7,5 Mrd. DKK (rund 1,0 Mrd. Euro) und lag damit 1,2 Mrd. DKK (rund 161 Mio. Euro) über dem Vorjahreswert.

Der Nettogewinn sank dagegen deutlich auf 2,6 Mrd. DKK (rund 348 Mio. Euro), nachdem im Vorjahresquartal noch 4,9 Mrd. DKK (rund 656 Mio. Euro) erzielt worden waren. Belastet wurde das Ergebnis laut Unternehmen durch nicht zahlungswirksame Steuereffekte und Wertminderungen infolge höherer langfristiger US-Zinssätze.

Positiv entwickelte sich hingegen im ersten Quartal 2026 der operative Cashflow. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit stieg auf 6,5 Mrd. DKK (rund 871 Mio. Euro) nach 634 Mio. DKK (rund 85 Mio. Euro) im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig reduzierte Ørsted die nettozinstragende Verschuldung auf 21,3 Mrd. DKK (rund 2,85 Mrd. Euro).

Offshore-Windprojekte in Europa, USA und Asien machen Fortschritte
Parallel zum Ergebnis meldete Ørsted Fortschritte bei mehreren Offshore-Windprojekten mit einer gesamten Baukapazität von 8,1 GW.

In den USA speiste das Projekt Revolution Wind erstmals Strom nach Neuengland ein. Zudem wurden die ersten Windturbinen des Projekts Sunrise Wind vor New York installiert. In Europa begann der Konzern mit der Installation von Monopile-Fundamenten für Hornsea 3 im Vereinigten Königreich sowie Baltica 2 in Polen.

Auch die Projekte Greater Changhua 2b und 4 in Taiwan liegen weiterhin im Zeitplan. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.

Ørsted-CEO Rasmus Errboe erklärte: „Im ersten Quartal 2026 haben wir mehr erneuerbare Energie produziert als je zuvor. Während wir unsere Offshore-Bauprojekte vorantreiben, werden wir unsere Stromerzeugung im Laufe des Jahres deutlich steigern.“

Ørsted sieht Energiewende durch geopolitische Lage bestätigt
Mit Blick auf die Entwicklungen im Nahen Osten betonte Ørsted erneut die Bedeutung eines beschleunigten Ausbaus erneuerbarer Energien in Europa. Nach Einschätzung des Konzerns verdeutlichen die aktuellen geopolitischen Spannungen die Abhängigkeit Europas von fossilen Energieimporten.

Errboe erklärte: „Europa gibt jede Woche Milliarden für fossile Energieimporte aus – doch das muss nicht so bleiben.“ Offshore-Wind und andere erneuerbare Energien könnten „sichere und grüne Energie liefern“ und zugleich die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen senken.

Im April hatte Ørsted auf der WindEurope-Konferenz in Madrid die Studie „Fact over Perception: The Real Value of Offshore Wind“ vorgestellt. Demnach könnten erneuerbare Energien die Gesamtkosten des europäischen Stromsystems bis 2040 um bis zu 30 % senken. Offshore-Wind spiele dabei aufgrund seiner Skalierbarkeit eine zentrale Rolle.

Jahresprognose für 2026 bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Ørsted seine Prognose. Der Konzern erwartet weiterhin ein EBITDA von über 28 Mrd. DKK (rund 3,75 Mrd. Euro) ohne neue Partnerschaften und Stornierungsgebühren. Die Bruttoinvestitionen sollen unverändert zwischen 50 und 55 Mrd. DKK (rund 6,7 bis 7,4 Mrd. Euro) liegen.


© IWR, 2026


07.05.2026

 



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