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Deutsch-marokkanische Wasserstoff-Initiative auf dem Weg

© Fraunhofer, OCP Grouup© Fraunhofer, OCP Grouup

München – Im Juni 2020 hat die Bundesregierung die nationale Wasserstoff-Strategie veröffentlicht. Die Fraunhofer Gesellschaft bringt sich in Position und will sich an der geplanten binationalen Forschungs- und Entwicklungskooperation zwischen Deutschland und Marokko beteiligen.

„Grüner“ Wasserstoff hat in der deutschen Politik mittlerweile einen hohen Stellenwert und ist zur zentralen Zukunftstechnologie erklärt worden. Zum Auftakt kooperiert Deutschland mit Marokko bei der Entwicklung und Förderung von Wasserstofftechnologien.

Erste industrielle Anlage für grünen Wasserstoff in Afrika?
Anlässlich der Vorstellung der „Nationalen Wasserstoffstrategie“ war auch die Botschafterin des Königreichs Marokko in Deutschland, Zohour Alaoui, eingeladen. In ihrem Statement gab sie die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem marokkanischen Ministerium für Energie, Bergbau und Umwelt und dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bekannt. Das Ziel dieser Allianz ist die Entwicklung und Förderung des "Power-to-X"-Sektors in Marokko und der Aufbau einer ersten industriellen Anlage für "grünen" Wasserstoff in Afrika.

Fraunhofer-Gesellschaft ist Forschungspartner in Marokko
Als Partner des Marokkanischen Forschungsinstituts für Solarenergie und Energieformen (IRESEN) ist auch die Fraunhofer-Gesellschaft an dem Kooperations-Vorhaben beteiligt. Von Fraunhofer-Seite sind mehrere Institute involviert, darunter auch das Fraunhofer IGB. So geht Botschafterin Alaoui in ihrer Presseerklärung auch auf vorab erstellte Studien der Fraunhofer-Institute IGB, IMWS und ISI ein, die im Februar 2019 am marokkanischen Energieministerium in Rabat vorgestellt wurden.

Demonstrationsanlage im Projekt „Green Ammonia“
Das Fraunhofer IGB (Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik) und das IMWS (Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systemeim) sind im Rahmen des Projekts „Green Ammonia“ bereits in Marokko aktiv: In diesem Projekt sollen neue Lösungen gefunden und Technologien etabliert werden, um „grünen“ Wasserstoff und „grünes“ Ammoniak effizient zu gewinnen und als nachhaltige Rohstoffe für die Düngemittelindustrie zu nutzen. Derzeit wird der Aufbau einer Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von etwa vier Tonnen pro Tag zur Synthese von grünem Ammoniak in Marokko vorbereitet.

Marokkanische OCP-Gruppe will auf CO2-neutralen Ammoniak umstellen
Die Demonstrationsanlage dient der technisch-wirtschaftlichen Erprobung von zwei Elektrolyseurtechnologien und der Ammoniaksynthese in einem realistischen intermittierenden Betrieb und auf industrierelevantem Maßstab. Das Know-how des IGB wird für die Hochskalierung der Technologie eingesetzt, teilte die Fraunhofer IGB mit. Als weltweit führender Produzent von Phosphatderivaten ist der marokkanische Düngemittelproduzent, die OCP-Group, auch einer der größten Importeure von Ammoniak und verarbeitet dieses in verschiedenen Düngemittelsorten. Durch das Projekt verfolgt das Unternehmen das Ziel, mittelfristig einen Teil des Ammoniakbedarfes mit CO2-neutralem Ammoniak abzudecken.

© IWR, 2020


30.07.2020

 



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