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Innogy im Strudel der Eon-Übernahme

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Essen – Der Energieversorger Innogy hat die 9-Monatszahlen 2019 vorgelegt und verzeichnet wie erwartet einen Ergebnisrückgang. Strukturelle Effekte wirken sich in der Bilanz aus.

Nach der EU-Genehmigung der Übernahme von Innogy durch Eon hat die Transaktion in der Folge zu erheblichen Verschiebungen und bilanziellen Veränderungen geführt. Auch der Ausblick für 2019 wird angepasst.

Ergebnisrückgang 2019 bei Innogy nach 9 Monaten
Die Innogy SE verzeichnet in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 wie erwartet einen Ergebnisrückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum: Das bereinigte EBIT lag bei 1,06 Milliarden Euro und das bereinigte Nettoergebnis bei 212 Millionen Euro. Die im Zusammenhang mit der E.ON/RWE-Transaktion zu veräußernden Geschäftsaktivitäten wurden in das neue Segment Divestment Business überführt und werden fortan als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen. Das Ergebnis daraus summierte sich auf 307 Millionen Euro (Vorjahr: 276 Millionen Euro), wobei die Steigerung im Wesentlichen auf den Verkauf der slowakischen VSEH an RWE beruht. Die nicht fortgeführten Aktivitäten tragen nicht länger zum bereinigten EBIT und zum bereinigten Nettoergebnis bei, die Vorjahresergebnisse wurden angepasst. Aus diesem Grund verändert sich auch der Ausblick 2019: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Innogy nunmehr ein bereinigtes EBIT von rund 1,6 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von rund 400 Millionen Euro, teilte Innogy mit.

Stand zur Übernahme von Innogy durch Eon
Nach der Genehmigung der Transaktion durch die Europäische Kommission gingen die von RWE an Innogy gehaltenen Anteile von rund 76,8 Prozent am 18. September 2019 auf Eon über. Minderheitsaktionären von Innogy, die insgesamt rund 9,4 Prozent der Anteile hielten, wurde bis Ende September 2019 ein Angebot unterbreitet. Vor diesem Hintergrund haben alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Innogy SE ihre Mandate mit Wirkung zum Ablauf des 4. Oktober 2019 niedergelegt. Auf Antrag des Innogy-Vorstands hat das Amtsgericht Essen zum 5. Oktober 2019 neue Aufsichtsratsmitglieder bestellt.

Am 10. Oktober 2019 hat der Aufsichtsrat Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der E.ON SE, zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat Veränderungen im Vorstand von innogy. Der neue Vorstand der Innogy SE besteht nunmehr aus drei Mitgliedern: Leonhard Birnbaum (Vorstandsvorsitzender, verantwortlich für das Netz- und Vertriebsgeschäft), Bernhard Günther (Finanz- und Personalvorstand) und Christoph Radke (Vorstand Divestment Business, Recht & Compliance, Einkauf).

Weitere Transaktionen durch Innogy – Verkauf des slowakischen Stromgeschäfts
Am 21. August 2019 hat Innogy ihren Anteil von 49 Prozent am Geschäft der slowakischen VSEH (Východoslovenská energetika Holding a. s.) an RWE veräußert. Die VSEH ist eine Holdinggesellschaft, deren Tochtergesellschaften im Bereich der Stromversorgung und -verteilung sowie im Vertrieb in der Slowakei tätig sind. Das bis zur Entkonsolidierung erzielte Ergebnis 2019 wird als Bestandteil des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Dieser Ausweis hat zur Folge, dass der bisher für 2019 erwartete, höhere zweistellige Millionen-Euro-Betrag des slowakischen Energiegeschäfts nicht mehr zum bereinigten Konzern-EBIT des laufenden Geschäftsjahres beiträgt.

Nächster Schritt: Erneuerbare Energien, Gasspeicher und österreichische Beteiligung gehen an RWE
In einem weiteren Schritt werden die Aktivitäten von Innogy im Bereich erneuerbare Energien, das Gasspeichergeschäft und die Beteiligung am österreichischen Energieversorger Kelag an RWE übergehen. Außerdem wird Innogy in Umsetzung einer Verpflichtungszusage, die Eon als eine Voraussetzung für die Kartellfreigabe gegenüber der EU-Kommission abgegeben hat, das verbleibende tschechische Geschäft (im Wesentlichen Vertriebsaktivitäten) veräußern. Die zuvor genannten Geschäftsaktivitäten bilden das im dritten Quartal 2019 neu geschaffene Segment Divestment Business und werden zudem erstmalig im Neunmonatsabschluss als nicht fortgeführte Aktivitäten gemäß IFRS 5 bilanziert.

Alle zugehörigen Aufwendungen und Erträge für das aktuelle Berichts- und das Vorjahr werden separat in der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und als „Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten" ausgewiesen. Der Ausweis hat zur Folge, dass diese Geschäftsaktivitäten unter anderem nicht mehr in die Konzernzahlen für Umsatz, bereinigtes EBITDA, bereinigtes EBIT, neutrales Ergebnis, Finanzergebnis und Ertragsteuern einfließen und auch nicht mehr in das bereinigte Nettoergebnis einbezogen werden.

Ertragslage auf der Ebene der fortgeführten Unternehmensbereiche
Das bereinigte EBIT für den Unternehmensbereich Netz & Infrastruktur lag mit 1,160 Milliarden Euro unter Vorjahr (1,318 Milliarden Euro). Ergebnismindernd wirkten vor allem im Segment Osteuropa die fehlenden Ergebnisbeiträge aufgrund des Verkaufs des tschechischen Gasnetzgeschäfts Anfang Februar 2019 aus. Im Segment Deutschland trugen unter anderem geringere Einmalerträge sowie gestiegene Personalaufwendungen zu dem Ergebnisrückgang bei. Im Bereich Vertrieb sank das bereinigte EBIT auf 161 Millionen Euro (9 Mon 2018: 348 Millionen Euro). Maßgeblich für diesen Rückgang waren regulatorische Eingriffe verbunden mit der Einführung der Preisobergrenze für Standardtarife in Großbritannien. Ebenfalls belastend wirkten gestiegene Netzentgelte und Großhandelspreise für Strom und Gas in Deutschland, die nicht oder noch nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden konnten.

Das bereinigte EBIT des Bereichs Corporate/Neue Geschäftsfelder ging weiter von -211 Millionen Euro auf -261 Millionen Euro im Berichtszeitraum 2019 zurück. Beim Innovation Hub belasteten eine schwächere Portfoliowertentwicklung sowie Portfoliobereinigungen das Ergebnis erheblich (von -9 Millionen Euro auf -30 Millionen Euro); bei eMobility wirkten höhere Wachstumsaufwendungen im Zuge der internationalen Ausweitung des Geschäfts erwartungsgemäß ergebnismindernd (von -30 Millionen Euro auf -45 Millionen Euro). Im Bereich Corporate/Sonstiges resultiert der Ergebnisrückgang im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für interne IT-Projekte sowie höheren Abschreibungen durch die Einführung des neuen SAP Systems S4/HANA.

Innogy-Ausblick 2019 reduziert
Angepasst um die herausgerechneten Effekte im neu gebündelten Segment Divestment Business erwartet Innogy für das laufende Geschäftsjahr ein bereinigtes EBIT für den Konzern von rund 1,600 Milliarden Euro (bislang rund 2,2 Milliarden Euro) und ein bereinigtes Nettoergebnis von rund 400 Millionen Euro (bislang rund 800 Millionen Euro).

© IWR, 2019


28.11.2019

 



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